Persönlichkeiten aus Trutzhains Geschichte

Horst Munk

Horst Munk widmete einen großen Teil seines Lebens der historischen Erinnerungsarbeit und der deutsch-französischen Versöhnung. Er gehörte zu den maßgeblichen Initiatoren des Trutzhainer Museums für den Frieden.

Pionier der historischen Aufarbeitung

Horst Munk (10. Juli 1926 – 11. Januar 2005) gehörte zu den wichtigsten Wegbereitern der Trutzhainer Erinnerungsarbeit. In einer Zeit, in der die Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers noch längst nicht umfassend öffentlich aufgearbeitet war, sammelte er Dokumente, suchte den Kontakt zu ehemaligen Gefangenen und hielt zentrale Abschnitte der Lager- und Nachkriegsgeschichte schriftlich fest.

Lebensdaten 10. Juli 1926 – 11. Januar 2005
Museum Mitinitiator des 1983 eröffneten „Museums für den Frieden“
Auszeichnungen Französische Ehrung 1979 und Bundesverdienstkreuz 2003

Frühe Erforschung des STALAG IX A

Die Trutzhainer Chronik zeigt den Umfang seiner historischen Arbeit. Horst Munk verfasste Beiträge über die Zeit des STALAG IX A von 1939 bis 1945, das amerikanische Internierungslager „C.I. Camp 95“ in den Jahren 1945 und 1946 sowie die Zeit der Displaced Persons bis November 1947. Gemeinsam mit Wolfgang Scholz beschrieb er außerdem den Übergang vom ehemaligen Lager zur Siedlung für Flüchtlinge und Heimatvertriebene.

Aussöhnung statt Schweigen

Ein Schwerpunkt seines Wirkens war die deutsch-französische Verständigung. Munk nahm Kontakt zu ehemaligen französischen Kriegsgefangenen auf und half, langjährige Begegnungen und gegenseitige Besuche zu ermöglichen. Mit dem früheren Lagerpfarrer Abbé Pierre Dentin entwickelte sich eine enge Freundschaft. Dadurch wurde die Erinnerung an das Lager mit persönlicher Begegnung, Versöhnung und Friedensarbeit verbunden.

Das „Museum für den Frieden“

1983 entstand auf private Initiative und mit Unterstützung der Kyffhäuserkameradschaft Trutzhain sowie der Vereinigung ehemaliger französischer Gefangener „Les Anciens du Stalag IX A“ das „Museum für den Frieden“. Horst Munk, Abbé Pierre Dentin und Herbert Heidenreich gelten als maßgebliche Wegbereiter. Die Sammlung wurde zu einer wichtigen Grundlage für die spätere Gedenkstätte und Museum Trutzhain, die 2003 eröffnet wurde.

Horst Munks besondere Leistung bestand darin, zu sammeln, Kontakte herzustellen und die Geschichte öffentlich sichtbar zu machen, lange bevor eine wissenschaftlich und pädagogisch ausgearbeitete Gedenkstätte entstand.

Anerkennung seines Engagements

Bereits 1979 erhielt Horst Munk von französischer Seite eine hohe Auszeichnung des Weltfrontkämpferverbandes. 2003 wurde er für seinen Einsatz für die Aussöhnung zwischen ehemaligen Kriegsgegnern mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Seine Arbeit machte Trutzhain über den Ort hinaus als Stätte der Erinnerung und Verständigung bekannt.

Quellengrundlage: „Trutzhain – Chronik 1951–2001“, insbesondere die Beiträge von Horst Munk und Wolfgang Scholz sowie die biografische Würdigung auf Seite 156; ergänzend Veröffentlichungen der Gedenkstätte, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und regionale Berichterstattung.

Haben Sie weitere Fotografien, Dokumente oder persönliche Erinnerungen zu Horst Munk und seiner Arbeit? Sachliche Ergänzungen und Korrekturen sind ausdrücklich willkommen.