Persönlichkeiten aus Trutzhains Geschichte

Emil Deseive

Emil Deseive prägte über viele Jahre das musikalische Leben Trutzhains. Mit seinen Musikern begleitete er Feste und Veranstaltungen und engagierte sich besonders für die Ausbildung des musikalischen Nachwuchses.

Musiker, Kapellmeister und Förderer des Nachwuchses

Emil Deseive wurde am 16. Oktober 1934 geboren und starb am 15. Oktober 1994. Über Jahrzehnte gehörte er zu den prägenden Musikern Trutzhains und der gesamten Region. Wenn bei Geburtstagen, Jubiläen, Kirmes- oder Faschingsveranstaltungen Musik erklang, waren Emil Deseive und seine Musiker häufig dabei.

Lebensdaten 1934–1994
Kapelle Übernahme der Familientanzkapelle im Jahr 1958
Schwerpunkte Blasmusik, Tanzmusik, Chorleitung und Nachwuchsausbildung

Eine musikalische Familientradition

Die musikalische Geschichte der Familie Deseive reichte weit zurück. Bereits 1926 hatte Emil Deseive senior in Endersdorf im Altvatergebirge eine Tanzkapelle gegründet. 1958 übernahm Emil Deseive die Kapelle von seinem Vater und führte die Tradition als Schwälmer Tanz- und Blasorchester fort.

Die „Trutzhainer Musikanten“

Die sogenannten „Trutzhainer Musikanten“ waren keine offiziell gegründete Kapelle, sondern eine lose Verbindung mehrerer örtlicher Musiker. Zu Geburtstagen, Jubiläen und Veranstaltungen sorgten sie für den musikalischen Rahmen. Viele von ihnen gehörten zugleich Deseives eigener Kapelle an. So wurde sein Name weit über Trutzhain hinaus mit geselliger Musik und festlicher Stimmung verbunden.

Arrangeur und Ausbilder

Emil Deseive arrangierte Blasmusikstücke, bildete junge Musiker aus und förderte ihren weiteren musikalischen Weg. Zu seinen erfolgreichen Schülern gehörte Hans-Rainer Schmidt aus Zella, der später mit den Hessenmusikanten bekannt wurde. Auch Bernd Hampel spielte zeitweise in seinem Orchester.

Leitung von Orchestern und Chören

Sein musikalisches Wirken beschränkte sich nicht auf die eigene Kapelle. Er war musikalischer Leiter der „Wieraer Blasmusik“, des Gesangvereins Steina und des katholischen Kirchenchors Trutzhain. Damit wirkte er in sehr unterschiedlichen musikalischen Bereichen und verband Tanzmusik, Blasmusik und Chorgesang.

Fernsehen, große Veranstaltungen und Schallplatte

In den 1970er-Jahren trat Emil Deseive mit seiner Kapelle in der ZDF-Musiksendung „Frohe Klänge aus Hessen“ auf. Außerdem spielte das Orchester zweimal beim „Ball des Sportes“ in Emden und bei zahlreichen weiteren größeren Veranstaltungen. Gemeinsam mit dem als „Schwälmer Hännes“ bekannten Josef Pilz veröffentlichte Deseive zudem eine Schallplatte.

Emil Deseive prägte nicht nur Feste und Veranstaltungen. Durch seine Ausbildung junger Musiker und seine Arbeit mit mehreren Ensembles hinterließ er auch eine nachhaltige musikalische Wirkung.
Quellengrundlage: „Trutzhain – Chronik 1951–2001“, insbesondere der biografische Abschnitt zu Emil Deseive im Kapitel über das kulturelle und musikalische Leben Trutzhains.

Haben Sie weitere Fotografien, Programme, Tonaufnahmen oder persönliche Erinnerungen zu Emil Deseive? Sachliche Ergänzungen und Korrekturen sind ausdrücklich willkommen.